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GdF will Suez mit 1:1 Aktientausch übernehmen

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GdF will Suez mit 1:1 Aktientausch übernehmen

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Der staatliche französische Energiekonzern Gaz de France hat erklärt, daß die freundliche Übernahme der privaten Konkurrenten Suez mit einem 1:1 Aktientausch vonstatten gehen soll. Zuvor wird Suez seinen Aktionären eine Sonderdividende von 1,25 Milliarden Euro ausschütten, so dass dies wertmäßig vertretbar wird. Denn mit einem jährlichen Umsatz von gut 40 Milliarden Euro ist Suez mehr als doppelt so groß wie Gaz de France. Auch der Marktwert ist erheblich höher. Und Suez hat vier mal so viele Mitarbeiter. Faktisch bedeutet die Übernahme des Riesen Suez durch GdF, dass dieser sehr auf Frankreich konzentrierte Gasversorger in den Weltkonzern Suez integriert wird.
Frankreichs Wirtschaftsminister Thierry Breton erklärte, der Staatsanteil an dem künftigen Energieriesen werde “leicht unter 40 Prozent liegen”.
Bei Analysten stießen die Fusionspläne auf breite Zustimmung, doch die Gewerkschaften kündigten Widerstand an. Die Nachricht sei wie eine Bombe eingeschlagen, sagte Gewerkschaftsspecher Jean-Claude Pélofy. Die Annäherung der Konzerne komme zwar nicht unerwartet, aber diese Vorgehensweise werde von den Beschäftigten abgelehnt. Die Gewerkschaften befürchten eine Privatisierung der GDF sowie eine Schwächung des Staatskonzerns EDF.
Die Fusion wurde als Schutzbündnis gegen eine Übernahme von Suez durch den italienischen Konzern ENEL eingeleitet. ENEL wollte Suez übernehmen und zerschlagen, um sich dessen belgische Stromtochter Electrabel einzuverleiben. Nun ist ENEL, der zu einem Fünftel im Besitz des itaienischen Staates ist, aus dem Rennen.