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Kritik an französischer Mega-Fusion im Energiesektor wächst

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Kritik an französischer Mega-Fusion im Energiesektor wächst

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In Paris haben sich die Vorstände von Gaz de France und der Suez-Gruppe offenbar auf eine Fusion verständigt. Details des milliardenschweren Zusammenschlusses sollen heute bekannt gegeben werden, der einen weltweit führenden Energiekonzern unter französischer Kontrolle schaffen soll. Unterdessen wächst die Kritik an dem erneuten Versuch Frankreichs, nationale Interessen durch Staatskonzerne durchzusetzen, den eigenen Markt aber vielfach abzuschotten. Der italienische Industrieminister Claudio Scajola sagte, die Regeln des freien Marktes müssten auch innerhalb Europas gelten.

Die Länder müssten verstehen, dass kein Land mit staatlichen Geldern den Markt beeinflussen dürfe. Denn der italienische Konzern Enel war am Stromgeschäft von Suez interessiert und wollte die Wassersparte einem Partner überlassen. Mit der Fusion wäre auch eine weitere Privatisierung von Gaz de France verbunden, die bisher gesetzlich untersagt ist und von den französischen Gewerkschaften abgelehnt wird. Der Staat werde mindestens die Sperrminorität von 34 Prozent behalten, hieß es in Paris. Regierungssprecher Jean François Copé sagte, er könne verstehen, dass manche die Verbindung ablehnen. Aber es habe nie öffentliches Kaufgebote anderer Unternehmen gegeben, sondern nur Gerüchte. Welche Zugeständnisse Paris nun den Kritikern der Fusion machen will, wird heute mit Spannung erwartet.