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Türkischer Film "Tal der Wölfe" erregt die Gemüter

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Türkischer Film "Tal der Wölfe" erregt die Gemüter

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“Tal der Wölfe” heisst der türkische Film, der europaweit Schlagzeilen macht.Weniger wegen der enormen Produktionskosten von zehn Millionen Euro -mehr wegen der Osmanen-Nostalgie und wohl auch wegen des Zeitpunkts.Er passt in den in den schwarz-weiss-Schlagabtausch der Religionen. “ Er sagt die Wahrheit”, schlußfolgert ein junger Mann in Ankara nach dem Kinobesuch. “ Man sieht im Film was man auch in den Nachrichten hört. Und dann ist der Film auch ein bißchen anti-amerikanisch”. Der türkische Held besiegt in diesem im Rambo-Stil inszenierten Action-Filmdie bösen Amerikaner.

Eine junge Frau teilt die Begeisterung der jungen Männer nicht so ganz.Sie findet den Film zu brutal. Der Film beginnt mit einer historisch belegten Szene.Im Juli 2003 überfielen amerikanische Truppen eine halb-illegal im Nordirak operierende türkische Einheit. Mit Säcken über dem Kopf wurden die türkischen Offiziere abgeführt. Im Film verwindet der Kommandeur diese Demütigung nicht und begeht Selbstmord – schreibt aber vorher an seinen Freund, den Geheimagenten Polat Alemdar. Diesen Helden hat Drehbuchautor Bahadir Ozdener aus einer erfolgreichen Serie im türkischen Fernsehen entliehen. Statt Kriminelle zu jagen rächt der Held in Rambo-Manier nun die gedemütigten Türken.Er tritt an gegen Amerikaner, die die einzig bestimmende Macht in der Region sein wollen, in es nach US-Meinung für Türken keinen Platz mehr gibt. Die Professorin für Kommunikation von der Marmara-Universität, Sukran Kuyucak Esen, spricht von Gefühlen, die provoziert werden, nennt denn Film “Propaganda” auf der Basis von Pop-Kultur. In Deutschland läuft der Film im Original mit offensichtlich etwas entschärfenden Untertiteln. Der Arzt, der gefangenen Moslems Organe entnimmt, ist für nur für türkische Zuschauer als Jude kenntlich.