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Korruptionsaffäre um Kulturministerin

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Korruptionsaffäre um Kulturministerin

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Die britische Kulturministerin Tessa Jowell gerät wegen einer Korruptionsaffäre um ihren Mann David Mills zunehmend unter Druck. Dieser war ein Anwalt des italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi und hatte ihn wegen verschiedener Firmen im Ausland beraten. 1997 soll er vor Gericht gegen ein Schmiergeld über gut 500.000 Euro zugunsten des italienischen Ministerpräsidenten ausgesagt haben. Offenbar schaffte Mills das Geld mittels einer Hypothek auf das Haus der Eheleute ins Land, und dies möglicherweise mit Wissen seiner Frau, die die Hypothek mit unterzeichnet hatte.

Der konservative Abgeordnete Richard Evans griff die Regierung Blair an, er sagte, sie habe Ermittlungen in der Affäre verzögert. Außerdem habe die Regierung gewusst, dass eine Ministerin direkt darin verwickelt sei. Premierminister Tony Blair beauftragte inzwischen den Kabinettssekretär Sir Gus O’Donnell mit der Klärung der Frage, ob Jowell gegen den Minister- Kodex verstoßen haben könnte. Der Bericht wird an diesem Donnerstag erwartet. Blair hat sich aber hinter seine Ministerin gestellt. Der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat sich inzwischen von seinem britischen Anwalt getrennt.