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USA wollen wieder ziviles Nuklearmaterial an Indien liefern

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USA wollen wieder ziviles Nuklearmaterial an Indien liefern

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Indien und die USA haben sich am Donnerstag auf die Einzelheiten eines Nuklearabkommen verständigt. Das teilte der indische Ministerpräsident Manmohan Singh nach Gesprächen mit US-Präsident George W. Bush mit. Der Nuklearpakt gilt als Eckpfeiler einer neuen strategischen Partnerschaft zwischen den beiden Staaten, die im Kalten Krieg jahrzehntelang auf Distanz gegangen waren. Bush sprach von einer “historischen Vereinbarung über die Atomkraft” und verwies auf die Schwierigkeiten in den Verhandlungen: “Es ist nicht einfach für den indschen Ministerpräsidenten, eine solche Übereinkunft zu erzielen, ebensowenig wie für den amerikanischen Präsidenten. Aber es ist eine notwendige Übereinkunft, die beiden Völkern helfen wird.”

Zehntausende Anhänger kommunistischer und moslemischer Gruppierungen hatten im Vorfeld des Bush-Besuchs gegen die USA und ihren Präsidenten demonstriert. Vor allem die Irak-Politik der UA stößt bei den indischen Moslems auf heftige Kritik. Am Mittwoch war Bush in der indischen Hauptstadt Neu Delhi eingetroffen. Es ist sein erster Besuch in Südasien. Unter anderem will der US-Präsident auch im Kaschmir-Konflikt vermitteln. Die nun getroffene Übereinkunft sieht vor, dass die USA zivile Atomtechnologie und Nuklearmaterial an Indien liefert. Differenzen über eine klare Trennung zwischen den zivilen und militärischen Atomprogrammen Indiens konnten in den Gesprächen offenbar ausgeräumt werden. Nun muss noch der US-Kongress zustimmen – allerdings sind einige Mitglieder gegen den Deal, da Indien den Atomwaffensperrvertrag nicht unterzeichnet hat. Die USA liefern seit Atomwaffentests 1974 kein Nuklearmaterial mehr an Indien.