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Massendemonstrationen in Frankreich gegen Arbeitsmarktreformen

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Massendemonstrationen in Frankreich gegen Arbeitsmarktreformen

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In Frankreich haben mehrere hunderttausend Menschen gegen die Arbeitsmarktreformen von Premierminister Dominique de Villepin demonstriert. Viele Studenten kämpfen wie Anenne gegen die Einschränkung des Kündigungsschutzes für Berufsanfänger: “Sie verabschieden Gesetze ohne uns zu fragen, das ist nicht richtig”, klagte Anenne gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

“Die prekäre Situation, in der sich die Jugend befindet, wirkt sich auf uns Rentner aus. Deshalb verteidigen wir sie”, bergündet Rentner Jean Pierre seine Teilnahme an der Pariser Demonstration. In ganz Frankreich fanden über 150 Kundgebungen statt. Allein in Paris demonstrierten nach Gewerkschaftsangaben 200 000 Menschen. Die Gesetesnovellierung sieht bei der unbefristeten Einstellung von Arbeitnehmern unter 26 Jahren eine zweijährige Probezeit vor, in der Beschäftigten ohne Angabe von Gründen gekündigt werden kann. Villepin hatte das Gesetz am 16. Januar angekündigt und ohne Votum im Eilverfahren durch die Nationalversammlung gepaukt, indem er es mit der Vertrauensfrage verband. Der Aktionstag ist eine erste Kraftprobe für den Regierungschef der im kommenden Jahr bei der Wahl als Präsidentschaftskandidat antreten will. Der Streit um das Gesetz hat Villepin politisch stark beschädigt. Zwei Drittel der Franzosen unterstützen den Aktionstag, nur noch 37 Prozent haben eine gute Meinung von Villepin.