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Weitere Beratungen der IAEO über iranisches Atomprogramm

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Weitere Beratungen der IAEO über iranisches Atomprogramm

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Der Gouverneursrat der Internationalen Atomenergie-Organisatioin IAEO ist in Wien zu weiteren Gesprächen über das Atomprogramm des Iran zusammengekommen. Der Bericht von IAEO-Generalsekretär Mohammed el Baradei steht im Mittelpunkt der Debatte. Darin wird Teheran mangelnde Zusammenarbeit vorgeworfen. Der Leiter der iranischen Delegation, Ali Asghar Soltanieh, erklärte, sein Land sei nach wie vor gesprächsbereit und hoffe, das seine “europäischen Freunde” und Russland alles in ihrer Macht stehende tun würden, um eine friedliche Lösung des Konflikt zu finden: Sie dürften es nicht zulassen, dass die USA mit ihrer einseitigen Politik die multilaterale Diplomatie zur Geisel nähmen.Der britische Premierminister Tony Blair erklärte, die internationale Staatengemeinschaft wolle keine Konfrontation mit dem Iran, bestehe aber darauf, dass Teheran seine internationalen Verpflichtungen erfülle. In dem Streit seien die besonders extremen Äusserungen, die in jüngster Zeit aus Teheran gekommen seien, wenig hilfreich, fügte Blair hinzu; der Prozess müsse weitergehen – im Rahmen der IAEO und, falls erforderlich, im UN-Sicherheitsrat.In dem Steit geht es vor allem um die Urananreicherung. Die USA und europäische Staaten verdächtigen den Iran, die Atombombe bauen zu wollen. Unterdessen erklärte der Iran, die industrielle Produktion von angereichertem Uran werde für zwei Jahre ausgesetzt. Beobachter wiesen jedoch darauf hin, dass der Iran auf absehbare Zeit technisch nicht in der Lage wäre, Urananreicherung in großem Umfang vorzunehmen. Für die EU, Russland und die USA dürfte der von Teheran genannte Zeitraum zu kurz sein. Ein seit Montag in Wien zirkulierender Kompromissvorschlag Russlands spricht von einem Anreicherungsmoratorium von “sieben bis neun Jahren”. Dem Iran könnte danach allerdings die Anreicherung in kleinem Maßstab zu Forschungszwecken gestattet werden. Dieser Vorschlag stieß wiederum in Washington auf Ablehnung.