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Die Lage der Palästinenserinnen - zum 8. März

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Die Lage der Palästinenserinnen - zum 8. März

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“ Oh Männer, wir sind eure Partnerinnen im Kampf”.So die Sprechchöre der Frauen von Gaza bei ihrer Demonstration zum Internationalen Frauentag. Sie nutzen den 8. März, um für alle Tage Gleichberechtigung zu fordern. Der neu gewählte palästinensische Ministerpräsident Ismail Hanijeh antwortet ihnen: “Ich bekräftige unser Bekenntnis zu Frauenrechten, das auf unserem Verständnis des Islam basiert. Es steht für Gleichberechtigung der Frauen, so dass die auchhöchste Positionen in der Gesellschaft einnehmen können.”

Seine Partei, die radikal-islamische Hamas hat sogar besser als die laizistische Fatah die Vorgabe erfüllt, wonach unter den jeweiligen Abgeordneten mindestens 20 Prozent Frauen sein müssen.Die Hamas-Kandidatinnen sind zumeist Mütter oder Witwen von Selbstmord-Attentätern – so wie Mariam Farhat.Drei ihrer sechs Söhne sind im Kampf gestorben. In Ramallah, der Hochburg der Fatah im Westjordanland, unterscheidet sich schon das Straßenbild von dem im Hamas-dominierten Gaza.Hier wollen viele vor allem junge Frauen ihren schon weitgehend gleichberechtigten Alltag nicht aufgeben. Besorgt sind sie schon. Eine junge Frau sagt: “Hamas kann nicht alle Mädchen im Land zwingen, ihre Haare zu verbergen oder sie von der männlichen Gesellschaft fernhalten.Wenn Hamas uns dazu zwingen sollte, würde ich das nicht akzeptieren.” Hanan Ashrawi, eine langjährige Weggefährtin von Jassir Arafat, die zuletzt als unabhängige Kandidatin ins Parlament gewählt wurde, glaubt nicht, dass die Hamas die Gesellschaft so drastisch verändern werde, denn damit würde die Hamas viel Unterstützung verlieren. Bisher sieht es so aus, als würde die neue Regierungspartei ihr Frauenbild ehermit sanftem Druck durchzusetzen versuchen.