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Wie schlimm ist die Lage im Irak eigentlich?

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Wie schlimm ist die Lage im Irak eigentlich?

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Sind die täglich im Fernsehen zu verfolgenden Gewalttaten schon der Anfang eines Bürgerkriegs? Wenn schon das Hauptquartier der Polizei oder gar Bastionen der US-Truppen angegriffen werden, kann man das noch als “Unruhen” abtun ?

Fakt ist, es geht nicht voran bei den für friedlicher Verhältnisse unabdingbaren Verhandlungen zur Regierungsbildung.Im Gegenteil. Die drei wichtigsten Volksgruppen scheinen sich immer weiter voreinander zu entfernen – Ausbrüche offener Feindschaft gehören schon zum Alltag. Selbst in der Hauptstadt Bagdad häufen sich Angriffe auf Moscheen, hier auf schiitische rund um Sadr-City, wo die schiitischen Hardliner ihre Basis haben. Längst versagt jede Statistik. Es sind zuviele Angriffe nebst Vergeltung und Vergeltung für Vergeltung…Für US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld wird es immer schwerer, abzuwiegeln. Er glaubt nicht, dass der Bürgerkrieg schon begonnen hat.Allerdings – so Rumsfeld – das Potenzial dafür sei vorhanden! Nicht zu übersehen ist, dass die Gewalt ausgerechnet immer dann ausbricht, wenn das Land weitere Schritte zur Demokratisierung zu gehen versucht.Keine Volksabstimmung, keine Wahl ohne blutige Anschläge. Nun soll am kommenden Sonntag das Parlament Präsident und Regierungschef wählen. Vom Kurden Jalal Talabani als Staatsoberhaupt erhofft man sich ausgleichendes Wirken.Er steht aber wie auch Regierungschef Ibrahim al-Jaafari vor dem Problem, dass zusätzlich Interessenkonflikte innerhalb der einzelne Blöcke aufbrechen. …und dann beschuldigen jetzt die politisch zur Minderheit gewordenen Sunniten den zur zweiten Amtszeit antretenden Schiiten al-Jaafari einer zu großen Nähe zum schiitischen Hardliner Muqtada al-Sadr. Wohin das noch führen wird? Niemand wagt ernsthaft eine Prognose.