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Cavaco Silva neuer Präsident Portugals

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Cavaco Silva neuer Präsident Portugals

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In Lissabon hat Portugals neuer Staatspräsident Anibal Cavaco Silva sein Amt angetreten. Der 66-Jährige Konservative muss künftig mit einer sozialistischen Regierung zusammenarbeiten. Sein politischer Einfluss ist begrenzt, in der Regel kümmert sich der Ministerpräsident um das Tagesgeschäft, der Präsident repräsentiert.

Erstmals seit der Nelkenrevolution 1974 bekommt Portugal mit Cavaco Silva einen konservativen Präsidenten. An der Vereidigungszeremonie nahmen zahlreiche prominente Politiker teil, darunter der Präsident der EU-Kommission, Jose Manuel Barroso, Spaniens Thronfolger Felipe und der ehemalige US-Präsident George Bush. Im Parlament legte Cavaco Silva seinen Amtseid ab. Der Wirtschaftsprofessor gilt als wenig volksnah. Während seiner Amtszeit als Ministerpräsident von 1985 bis 1995 setzte Cavaco ein marktliberales Reformprogramm durch.

Auch in seiner Antrittsrede setzte er auf Wirtschaftspolitik: Man müsse die Produktivität und die Wettbewerbsfähigkeit erhöhen. Dass diese heute niedrig seien, liege aber nicht daran, dass in Portugal wenig gearbeitet werde, im Gegenteil; wenn Arbeit derzeit wenig effizient sei, liege das nicht an den Arbeitern. 1986 führte Cavaco Silva Portugal in die EU. Heute befindet sich das Land in einer Wirtschaftskrise – Anibal Cavaco Silva soll es nun richten.