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Rückschlag für UN-Tribunal in Den Haag

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Rückschlag für UN-Tribunal in Den Haag

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Für das Kriegsverbrechertribunal in Den Haag ist der Tod des früheren serbischen Diktators ein schwerer Rückschlag. Nicht die Vorwürfe aus Moskau oder gar aus Belgrad sind es, die dem Ansehen der internationalen Einrichtung Schaden zufügen könnten. Doch der Prozess gegen den wichtigsten Angeklagten aus der Zeit der Balkan-Kriege endet OHNE Urteil. Der mutmassliche Kriegsverbrecher Milosevic, der unter anderem des Völkermords angeklagt war, ist nun aus juristischer Sicht unschuldig. Vor wenigen Tagen hatte sich der zu 13 Jahren Haft verurteilte kroatische Serbenführer Milan Babic im Gefängnis das Leben genommen. Der frühere Balkan-Beauftragte der Europäischen Union, David Owen, kritisiert, das Gericht hätte sich auf weniger Anklagepunkte konzentrieren sollen. Der Einwand ist nicht ganz von der Hand zu weisen, denn mehr als drei Jahre schon zog sich der Prozess hin. Starb Milosevic in seiner Zelle eines natürlichen Todes? Nahm er sich das Leben? Eines ist jetzt schon sicher: Für viele Serben wird aus einem Helden ein Märthyrer.