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Kein Staatsbegräbnis für Milosevic

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Kein Staatsbegräbnis für Milosevic

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Pozarevac, 100 Kilometer südöstlich von Belgrad. In der serbischen Kleinstadt, die auf deutsch Passarowitz genannt wird, wurde Slobodan Milosevic am 20. August 1941 geboren. Für viele Einwohner ist Milosevic ein Held. “Man sollte ihn in Belgrad mit allen Ehren bestatten, als Helden, wie Itzebegovic in Bosnien oder Tujman in Kroatien. Es ist beschämend ihm ein zweitklassiges Begräbnis angedeihen zu lassen”, sagte ein Passant dem Schweizer Fernsehn.

Milosevics Sohn Marko erhielt in Moskau ein Einreisevisum für die Niederlande. Heute Nachmittag will er den Leichnam seines Vaters in Empfang nehmen. Die Familie möchte Slobodan Milosevic in Belgrad beisetzen, allerdings müsse sichergestellt sein, dass seine Mutter Belgrad auch wieder verlassen und, jederzeit das Grab seines Vaters besuchen darf, verlangte Marko Milosevic. Gegen Milosevics Witwe, Mirjana Markovic liegt wegen Amtsmissbrauchs ein serbischer Haftbefehl vor. Dessen Aussetzung hat die Belgrader Bezirksstaatsanwaltschaft nach Medienberichten vom Montagaben zugestimmt, so dass einer Beisetzung in Belgrad nichts im Wege steht. Milosevic wird aber weder in einem Ehrengrab in der “Alle der Großen” beigesetzt werden, noch ein Staatsbegräbnis erhalten. Der Oberste Verteidigungsrat untersagte den Streitkräften jegliche Ehrenbezeugung für Milosevic.