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Kein klarer Sieger bei erstem Fernsehduell in italienischem Wahlkampf

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Kein klarer Sieger bei erstem Fernsehduell in italienischem Wahlkampf

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Im staatlichen italienischen Fernsehn RAI hat die mit Spannung erwartete erste Debatte zwischen Ministerpräsident Silvio Berlusconi und seinem Herausforderer Romano Prodi stattgefunden. Das Duell verlief nach strengen Regeln – wie im US-Präsidentschaftswahlkampf.

Zwei Journalisten, der Chefredakteur der römischen Tageszeitung «Il Messaggero», und der Kommentator der Turiner Tageszeitung «La Stampa» stellten die Fragen; beide Kandidaten hatten für ihre Antworten maximal 2 Minuten 30 Sekunden Zeit. Berlusconi hielt sich jedoch selten an die Zeitvorgabe. Berlusconi griff seinen Herausforderer scharf an. Prodi sei nur ein «Frontmann» ohne Partei hinter sich, weil die Kandidaten der Linksparteien wegen ihrer kommunistischen Vergangenheit unglaubwürdig seien. Oppositionschef Prodi stellte die Pläne seines Mitte-Links-Bündnisses zur Senkung der Lohnkosten um fünf Prozent vor. Auf diese Weise sollte die italienische Industrie an Wettbewerbsfähigkeit gewinnen. Zugleich versprach er Maßnahmen zur Bekämpfung der Steuerhinterziehung. Beobachter waren von der Debatte enttäuscht. Ein klarer Sieger sei nicht zu erkennen gewesen. Ein zweites Fernsehduell ist für den 3. April geplant, sechs Tage vor dem Urnengang. In den Umfragen liegt Romano Prodis Mitte-Links-Bündnis knapp 4 Prozent vor der Regierungskoalition Berlusconis.