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Ursachenforschung nach fehlgeschlagenem Medikamenten-Test

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Ursachenforschung nach fehlgeschlagenem Medikamenten-Test

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Zwei Briten, die freiwillig an einem Medikamenten-Test teilgenommen hatten, schweben weiter in Lebensgefahr. Vier weitere Männer werden ebenfalls auf der Intensivstation eines Londoner Krankenhauses behandelt. Wenige Stunden nach der Einnahme des Mittels hatte sich der Zustand der Probanden rapide verschlechtert. Professor Kent Woods von der britischen Arzneimittelzulassungs-Behörde sagte, der Grund für den katastrophalen Ausgang des Forschungs-Tests sei noch völlig unklar. Es könnte Probleme bei der Herstellung des Medikamentes gegeben haben, oder bei der Dosierung.

Es könne eine völlig unvorhergesehene Nebenwirkung gewesen sein, die in vorausgegangenen Labor-Studien nicht aufgetreten sei. Bevor die Untersuchungen dazu nicht abgeschlossen seien, sei es unmöglich, zu spekulieren. Die britischen Zeitungen ließen sich davon dennoch nicht abhalten. Die Schlagzeilen lauteten zum Beispiel: “Sie haben Sicherheits-Vorschriften ignoriert!” Der Student Tom Edwards wollte ebenfalls an dem Test teilnehmen und kritisierte: “Ich hatte definitiv nicht genug Zeit, mir die Einwilligungs-Erklärung durchzulesen.

Jemand stand hinter mir und erklärte mir irgendwelche Paragrafen und sagte mir, ich müsse unten unterschreiben und dann könnten wir loslege. Das hat er mir mehrmals gesagt und ich fühlte mich wirklich nicht wohl dabei.” Aus dem Würzburger Labor, wo das Medikament hergestellt wurde, hieß es, alle Richtlinien seien eingehalten worden. Die Arznei enthielt einen Wirkstoff zur Behandlung von Autoimmun-Erkrankungen wie der multiplen Sklerose, oder rheumatoider Arthritis. Die Test-Personen leiden nun an einer Entzündungs-Reaktion und an multiplem Organversagen.