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Frankreich vor weiteren Demonstrationen

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Frankreich vor weiteren Demonstrationen

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Nach den jüngsten Demonstrationen von Schülern und Studenten in Frankreich haben die Gewerkschaften alle Arbeitnehmer für diesen Samstag zu Protesten gegen die Arbeitsrecht-Reform der Regierung aufgerufen. Die Polizei traf bereits Vorkehrungen gegen neue Auschreitungen im Pariser Universätsviertel, dem Quartier Latin. Staatspräsident Jacques Chirac appellierte im Fernsehen an das Verantwortungsbewusstsein der Demonstranten:

Diese Demonstration müsse friedlich verlaufen, sagte er; die Teilnehmer sollten Respekt für andere zeigen. Die landesweiten Demonstrationen am Vortag waren weitgehend friedlich verlaufen, doch an einigen Orten kam es zu Ausschreitungen, vor allem in Paris im Anschluss an den Protestmarsch. Dabei wurden nach Angaben der Präfektur 46 Polizisten verletzt. Innenminister Nicolas Sarkozy machte für die Ausschreitungen politische Extremisten und Rowdys verantwortlich.

Auch viele Demonstranten distanzierten sich von den Vorgängen: Das sei nicht, was die Demonstranten wollten, sagte eine Stundentin vor der Sorbonne: Diese Leute hätten mit dem Anliegen der Demonstration nichts zu tun, die meisten von ihnen seien gar keine Studenten. Im Pariser Universitätsviertel waren Aufräumarbeiten im Gange. Ladenbesitzer kamen, um die Schäden zu inspizieren, so auch ein Mann, der einen Kiosk neben der Sorbonne betreibt: Das sei die reine Anarchie, sagt er, das Gesetz der Strasse, am liebsten würde er auswandern.

Umfragen zufolge ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit der Franzosen mit dem Anliegen der Demonstranten einverstanden. Studenten und Gewerkschaften fordern die Rücknahme der Arbeitsmarktreform, mit der die Probezeit für Arbeitnehmer unter 26 Jahren auf zwei Jahre ausgedehnt wurde.