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Belgrad: Trauerkundgebung für Milosevic

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Belgrad: Trauerkundgebung für Milosevic

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Mehrere Tausend Anhänger von Slobodan Milosevic haben in Belgrad Abschied von dem früheren jugoslawischen Präsidenten genommen. Am Nachmittag soll er in seinem Geburtsort Pojarevats südöstlich von Belgrad beigesetzt werden. Der wegen Kriegsverbrechen in Kroatien, Bosnien und dem Kosovo angeklagte Milosevic war am vergangenen Samstag im UN-Gefängnis im niederländischen Scheveningen an einem Herzleiden gestorben. Gestern hatte das UN-Kriegsverbrechertribunal bekannt gegeben, dass der Tod nicht durch eine Vergiftung herbeigeführt worden war und er eines natürlichen Todes starb.

Der serbische Staat hatte nach massiven Protesten auf ein Staatsbegräbnis verzichtete. Daraufhin ließ die von Milosevic geführte Sozialistische Partei am Donnerstag seinen Sarg in einem Belgrader Museum aufstellen. Dort zogen in den letzten zwei Tagen zehntausende Anhänger an seinem Sarg vorbei. Milosevics Frau und die engere Familie können an der heutigen Trauerzeremonie nicht teilnehmen. Denn die serbische Regierung habe ihnen keine Garantie geben wollen, dass sie anschließend wieder ins Exil ausreisen können. Milosevic gilt als einer der Hauptverantwortlichen für die von der jugoslawischen Armee begangenen Greueltaten während der Kriege in Bosnien, Kroatien und im Kosovo. Allein beim Massaker von Srebrenica wurden rund 8.000 bosnische Muslime ermordet, viele davon Zivilisten. Die unter Milosevic begangenen Verbrechen waren die schlimmsten Fälle von Völkermord und Vertreibung in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg.