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Milosevic in seiner Geburtsstadt zu Grabe getragen

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Milosevic in seiner Geburtsstadt zu Grabe getragen

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In Serbien ist der frühere Machthaber und mutmaßliche Kriegsverbrecher Slobodan Milosevic beigesetzt werden. Am Morgen hatten in der Hauptstadt Belgrad etwa 80.000 Anhänger dem wegen Kriegsverbrechen angeklagten Ex-Diktator die letzte Ehre erwiesen. Dabei kam es vereinzelt zu Auseinandersetzungen zwischen Anhängern und Gegnern von Milosevic.Der 64-Jährige war am vergangenen Samstag im UN-Gefängnis im niederländischen Scheveningen an einem Herzleiden gestorben. Gestern hatte das UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag bekannt gegeben, dass der Tod nicht durch eine Vergiftung herbeigeführt worden war und er eines natürlichen Todes starb. Milosevic gilt als einer der Hauptverantwortlichen für die von der jugoslawischen Armee begangenen Greueltaten während der Kriege in Bosnien, Kroatien und im Kosovo. Allein beim Massaker von Srebrenica wurden rund 8.000 bosnische Muslime ermordet, viele davon Zivilisten. Die unter Milosevic begangenen Verbrechen waren die schlimmsten Fälle von Völkermord und Vertreibung in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg. Viele Angehörige der Opfer und Überlebende der serbischen Greueltaten bedauern, dass es nach dem Tod von Milosevic nun nicht mehr zu seiner Verurteilung wegen der Kriegsverbrechen kommen kann.Der serbische Staat hatte auf ein Staatsbegräbnis verzichtet. Daraufhin ließ die von Milosevic geführte Sozialistische Partei am Donnerstag seinen Sarg in einem Belgrader Museum aufstellen. Von dort wurde sein Leichnam heute in seine Geburtsstadt Pozarevac gebracht und im Garten des Hauses seiner im russischen Exil lebenden Frau beerdigt. Sie konnte ebenso wie ihre beiden Kinder nicht an der Trauerfeier teilnehmen.