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Affront im italienischen Wahlkampf

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Affront im italienischen Wahlkampf

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Vor der Parlamentswahl in Italien hat Regierungschef Silvio Berlusconi erneut für einen Eklat gesorgt. Bei einem Auftritt vor dem Arbeitgeberverband Confindustria in Vicenza beleidigte er Medien und Opposition und warf ihnen vorgetäuschten Pessimismus vor.

Berlusconi war aufgrund von Rückenschmerzen erst mit einem Tag Verspätung bei dem Treffen erschienen. Nach einem eher ruhigen Start hielt es ihn trotz seines Rückenleidens nicht länger auf dem Platz: “Wenn ein Unternehmer, der nicht verrückt ist, die Linke unterstützt, dann hat er viele Leichen im Keller. Dann hat er vieles zu bereuen in seinem Leben.” Dabei ging er namentlich den Schuhunternehmer Diego della Valle an. Dieser war vor einigen Wochen mit dem Regierungschef zusammengestoßen, als er ihm riet, die Italiener nicht länger für dumm zu verkaufen, dem Land würde es nicht gut gehen. Berlusconis Herausforderer Romano Prodi hatte einen Tag zuvor auf dem Wirtschaftsforum eine Rede gehalten. Er mahnte zu mehr Sachlichkeit: “Meines Erachtens müssen wir einen Wahlkampf führen, der auf politischen Aussagen basiert – und nicht auf sinnloser Phrasendrescherei.” Rund einen Monat vor den Wahlen liegt Berlusconi jüngsten Umfragen zufolge knapp hinter Prodi in der Wählergunst der Italiener.