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Irak: Ende der Besatzungszeit nach drei Jahren nicht absehbar

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Irak: Ende der Besatzungszeit nach drei Jahren nicht absehbar

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Drei Jahre nach Beginn des Irakkrieges verschärft sich angesichts der Welle der Gewalt die politische Auseinandersetzung um den weiteren Kurs im Zweistromland. US-Präsident George W. Bush lehnte einen vorzeitigen Rückzug der amerikanischen Truppen strikt ab. Verteidigungsminister Donald Rumsfeld erklärte, dies wäre, als hätte man Nachkriegsdeutschland wieder den Nazis überlassen. Der frühere irakische Übergangsregierungschef Ijad Allawi erklärte unterdessen, im Irak herrsche Bürgerkrieg. Dem widersprach umgehend Präsident Jalal Talabani. Die Iraker würden einen Bürgerkrieg nie akzeptieren, sagte Talabani.

Mindestens ein Dutzend Iraker wurden an diesem Sonntag wieder bei Anschlägen und Feuergefechten nördlich von Bagdad, in Mossul und bei Kirkuk getötet. Zwei US-Soldaten wurden verletzt. Unterdessen hat die “New York Times” neue Misshandlungsvorwürfe gegen US-Soldaten im Irak erhoben. In einem Geheimgefängnis am Flughafen von Bagdad seien Gefangene geschlagen und bespuckt sowie als lebende Zielscheiben bei Schießübungen mit Farbkugeln missbraucht worden, berichtet das Blatt. Ungeachtet eines Granatangriffs setzten schiitischen Pilger ihre Wallfahrt nach Kerbela fort, wo die Schiiten das Ende der 40-tägigen Trauerzeit für den im Jahr 680 getöteten Imam Hussein begehen. In Kerbela selbst, wo sich die Gläubigen um den Schrein des Imams versammeln, bewachten Tausende Polizisten und Soldaten den Pilgerstrom.