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Iraker sehen mit Sorge viertem Besatzungsjahr entgegen

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Iraker sehen mit Sorge viertem Besatzungsjahr entgegen

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Drei Jahre nach dem Einmarsch der von den USA geführten Koalitionstruppen im Irak wächst unter der Bevölkerung die Kriegsmüdigkeit. Weder im politischen noch im wirtschaftlichen Leben des Landes ist eine Rückkehr zu mehr Stabilität erkennbar, kritisiert beispielsweise der irakische Politikwissenschaftler Nabil Saleem von der Universität Bagdad. “Es wird von Tag zu Tag schlimmer und verantwortlich dafür sind die Politik und die Maßnahmen der Besatzungstruppen.”

Die in die Parlamentswahl im Dezember gesteckten Hoffnungen wurden bislang enttäuscht. Eine funktionsfähige und Religionsgruppen übergreifende Regierung gibt es noch immer nicht. Anschläge wie auf den heiligen Schrein in Samarra im Februar haben das Land an den Rand eines Bürgerkrieges zwischen Sunniten und Schiiten gebracht. Auch die Wirtschaft des Landes kommt nicht in Schwung. So liegt die tägliche Ölproduktion inzwischen nur noch bei der Hälfte des Vorkriegsniveaus. Der Öl-Analyst Fadel Gheit sagt: “Vorausgesetzt es gibt keine Sabotageakte mehr, braucht der Irak eine verantwortungsbewußte Regierung, die die notwendigen Instandsetzungsarbeiten und den Ausbau der Infrastruktur vorantreibt.“Ein schneller Rückzug der Koalitionstruppen scheint angesichts der Lage in weite Ferne gerückt. “Das wäre als hätte man Nachkriegsdeutschland an die Nazis zurückgegeben”, sagte US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld.