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Opposition protestiert gegen die Präsidentschaftswahl in Weißrussland

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Opposition protestiert gegen die Präsidentschaftswahl in Weißrussland

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Bei den Präsidentschaftswahlen in Weißrussland hat Amtsinhaber Alexander Lukaschenko Teilergebnissen zufolge fast 90 Prozent der Stimmen bekommen. Dies gab die zentrale Wahlkommission bekannt. Entgegen eines Verbots versammelten sich im Zentrum der Hauptstadt Minsk etwa 10 000 Regimegegner, um friedlich gegen die Abstimmung zu protestieren. Sie skandierten den Namen des Oppositionskandidaten Alexander Milinkewitsch. Die starken Einsatzkräfte der Polizei gingen nicht gegen die Kundgebung vor. Milinkewitsch forderte eine Wahlwiederholung unter fairen Bedingungen. “Dies ist nicht eine einfache Kundgebung, es ist die Wiedergeburt des weißrussischen Volkes”, sagte Milinkewitsch. “Man wollte es in die Knie zwingen, es einschüchtern, doch das hat es sich nicht gefallen lassen. Hier sind die Menschen, die die wirklichen Werte vertreten.”

Lukaschenko hatte zuletzt am vergangenen Freitag vor Protestkundgebungen gewarnt und mit dem harten Eingreifen der Sicherheitskräfte gedroht. Ein heftiger Schneesturm begleitete die größte Kundgebung der weißrussischen Opposition seit Jahren. Viele Demonstrationsteilnehmer schwenkten die verbotene Nationalflagge Weißrusslands. Die Opposition kritisiert, der Sicherheitsapparat habe Druck auf sie ausgeübt und prominente Anhänger ausgeschaltet. Von 30 Vertrauensleuten in den Regionen seien am Wahltag neun inhaftiert gewesen. Anhänger Milinkewitschs beklagten zudem, sie hätten als Wahlbeobachter keinen Einblick in die Listen erhalten. An diesem Montag wollen die Gegner Lukaschenkos erneut friedlich auf dem Oktober-Platz gegen die Abstimmung protestieren.