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Proteste in Weißrussland dauern an

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Proteste in Weißrussland dauern an

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Auch am zweiten Tag nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl in Weißrussland dauern die Proteste der Regierungsgegner an. Einige hundert Demonstranten harrten weiter auf dem Oktoberplatz in Minsk aus, auch wenn mehrere Dutzend von der Polizei festgenommen wurden. Unter den Abgeführten sollen sich auch enge Vertraute des wichtigsten Oppositonskandidaten, Alexander Milinkevich, befunden haben. Milinkevich rief seine Anhänger dazu auf, weiter durchzuhalten.

Doch trotz Musik und guter Stimmung: Einige Demonstranten sind nach der zweiten Nacht, die sie in der Kälte verbracht haben, erschöpft: “Wir wollen hier warten, bis andere kommen können, damit wir wenigstens ein paar Stunden schlafen können, denn es ist schwer, zwölf Stunden lang zu stehen und dann wollen wir wieder hierher kommen.” Weißrussland-Experten hatten im Vorfeld nicht damit gerechnet, dass die Opposition so stark auftreten würde. Allerdings bliebe abzuwarten, ob die Massenproteste gegen Präsident Alexander Lukaschenko in den kommenden Tagen nicht abflauen.

Der autoritär regierende Staatschef, den die USA als letzten Diktator Europas bezeichnen, hatte die Wahl vom Sonntag offiziellen Angaben zufolge mit 82,6 Prozent gewonnen. Die EU sprach von “massiven Verstößen gegen das Wahlrecht”. Sie drohte bereits mit gezielten Sanktionen gegen die weißrussische Regierung. Allerdings ist die EU auf der anderen Seite abhängig von russischen Gaslieferungen, die durch weißrussisches Gebiet fließen.