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Argentinien öffnet erstmals geheime Armeearchive

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Argentinien öffnet erstmals geheime Armeearchive

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30 Jahre nach dem Militärputsch in Argentinien erinnert das Land heute mit mehreren Gedenkveranstaltungen an die Opfer der Militärjunta. Bei einer offiziellen Zeremonie setzte Präsident Nestor Kirchner den Offizier Juan Jaime Cesio feierlich wieder ein. Cesio war 1983 entlassen worden, weil er die Verbrechen des Militärregimes angeprangert hatte.

Der argentinische Präsident unterstrich die wichtige Rolle der Armee in einer Demokratie, die Menschenrechte, Konsens und Meinungsvielfalt zusammenhalte. Seitdem Kirchner Regierungschef ist, unterstützte er die Justiz bei der Aufklärung von Kriegsverbrechen. Gestern hatte die argentinische Regierung erstmals die Öffnung der Armeearchive gestattet. Die Dokumente sollen dem Nationalen Gedenkarchiv übergeben werden, das Informationen über Menschenrechtsverletzungen unter der Herrschaft der Militärjunta sammelt. Nach dem Putsch vom 24. März 1976 waren sieben Jahre lang mindestens 13 000 Menschen verschleppt, gefoltert oder getötet worden. Menschenrechtsorganisationen gehen hingegen von 30000 Opfern aus. Gestern Nacht leiteten tausende Argentinier die Gedenkfeiern mit einem Konzert auf der Plaza de Mayo in Buenos Aires ein.