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Argentinier gedenken des Militärputsches vor 30 Jahren

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Argentinier gedenken des Militärputsches vor 30 Jahren

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Argentinien gedenkt heute des Militärputsches vor 30 Jahren. Mit der Machtergreifung der Junta von General Jorge Videla, die die Regierung von Präsidentin Isabel Peron stürzte, begann eine der grausamsten Phasen der jüngeren Geschichte des südamerikanischen Landes. Staatliche Unterdrückung und Terror beherrschten Argentinien für die folgenden acht Jahre. Mehr als 30 000 Menschen wurden verhaftet. Viele von ihnen verschwanden spurlos. Nach dem Ende der Diktatur wurden gegen mehrere Junta-Chefs zum Teil lebenslängliche Haftstrafen ausgesprochen. Später sprach der Peronist Carlos Menem eine weit reichende Begnadigung für das ehemalige Militärregime aus.

Berühmte Widerständlerinnen sind z.B. die Großmütter von der Plaza de Mayo, Angehörige von Verschwundenen, die seit 1979 nach ihren entführten Enkeln und Kindern suchen, die in den geheimen Gefängnissen geboren wurden. “Ich suche nach meinem Enkelsohn, dem Sohn meiner ermordeten Tochter Laura,” sagte die Präsidentin der Großmütter von der Plaza de Mayo Estela de Carlotto, “er ist jetzt 27. Wie heißt er? Wer hat ihn erzogen? Wie mag er fühlen? Wir haben schon 82 Kinder gefunden. Ich bin zuversichtlich, dass wir ihn eines Tages auch meinen Enkel finden.” Gerüchten zufolge wird der amtierende Präsident Nestor Kirchner jetzt die Begnadigungen der Militärs aus der Menem-Ära per Dekret wieder aufheben. Vor einer Woche wurde der 24.März zu einem arbeitsfreien nationalen Gedenktag erklärt. Bereits 2003 waren zwei Gesetze annulliert worden, die den Militärs weitestgehende Straflosigkeit zusicherte.

Insgesamt werden landesweit rund 100 Veranstaltungen an den Jahrestag des Militärputsches erinnern. Höhepunkt wird ein Demonstrationszug in der Hauptstadt Buenos Aires sein mit einer Abschlusskundgebung vor dem Präsidentenpalast auf der berühmten Plaza de Mayo.