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Kämpfen um die letzten israelischen Wählerstimmen

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Kämpfen um die letzten israelischen Wählerstimmen

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Wenige Tage vor der Parlamentswahl in Israel fürchtet die Kadima-Partei um ihren klaren Vorsprung. Jüngsten Umfragen zufolge ist sie zwar Favoritin – ihr werden mindestens 36 der 120 Sitze in der Knesset vorausgesagt. Allerdings wäre die Kadima bei einem vergleichbaren Ergebnis auf Koaltionspartner angewiesen.

Der amtierende Ministerpräsident Ehud Olmert äußerte deswegen die Befürchtung, dass die künftige Regierung bereits in der Legislaturperiode auseinanderbrechen könnte. In den letzten Zügen des Wahlkampfes kündigte Olmert außerdem an, die beliebte Außenministerin Tzipi Livni im Falle eines Sieges zur Ministerpräsidentin zu machen. Für politische Beobachter ist diese Parlamentswahl mit keiner vorhergehenden zu vergleichen: “Eine beeindruckende Tatsache dieser Wahl ist, dass sich Wähler zum ersten Malzwischen drei verschiedenen Politikern entscheiden müssen, die für völlig verschiedene Richtungen stehen. Der israelische Wähler hat diesmal eine richtige Auswahl – was er in der Vergangenheit so nicht hatte.” Der Likud-Block, geführt von Benjamin Netanjahu, kommt laut Umfragen auf mindestens 14 Sitze im Parlament. Die konservative Partei steht für soziale Einschnitte und eine harte Haltung gegenüber den Palästinensern. Aus Protest gegen den Gazarückzug war Netanjahu aus dem Kabinett unter Regierungschef Ariel Scharon ausgetreten. Die Arbeitspartei unter Amir Peretz sehen Umfragen als zweitstärkste Partei aus der Wahl hervorgehen. Peretz kündigte radikale sozial-wirtschaftliche Reformen an. Er will den Friedensprozess trotz einer Hamas-geführten Palästinenserregierung neu ankurbeln – was die Kadima nach wie vor ablehnt.