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Villepin berät mit Gewerkschaften über Arbeitsmarktreform

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Villepin berät mit Gewerkschaften über Arbeitsmarktreform

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Nach wochenlangen Protesten und schweren Ausschreitungen hat Frankreichs Premierminister Dominique de Villepin im Streit um die Arbeitsmarktreform erstmals die Spitzen der fünf großen Gewerkschaften empfangen. Danach wollte er mit Vertretern der Arbeitgeber über einen Ausweg aus der Krise beraten. Mit den Studenten will Villepin am kommenden Montag zusammenkommen. Mit einer Annäherung zwischen den Konfliktparteien wird erst nach den landesweiten Streiks am Dienstag gerechnet.

Villepin mahnte im Anschluss an das Treffen zu einem verantwortungsvollen Umgang mit der Krise. Es stehe viel auf dem Spiel: die Sicherheit, die Wiederaufnahme der Lehrveranstaltungen, die Abschlussprüfungen und die Chancen auf einen Arbeitzplatz für die Jugendlichen. Am Donnerstagabend war es in Paris bei einer zunächst friedlich verlaufenden Demonstration von Zehntausenden Schülern und Studenten zu Auseinandersetzungen zwischen Polizisten und Krawallmachern gekommen.

Die Polizei nahm 141 Randalierer fest, etwa 60 Menschen wurden verletzt, ein 21-Jähriger Demonstrant schwer. Der Pariser Bürgermeister Bertrand Delanoe warnte davor, dass Villepins Unnachgiebigkeit eine äußerst gefährliche Lage schaffe. Die Gewalt könne sich wie im vergangenen Jahr auf die Vorstädte ausdehnen. Landesweit waren am Donnerstag zwischen 220.000 und 450.000 Schüler und Studenten auf die Straße gegangen.