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Waffenstillstand der ETA tritt in Spanien in Kraft

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Waffenstillstand der ETA tritt in Spanien in Kraft

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Nicht nur ein neuer Tag wird hier eingeläutet, sondern vielleicht für ein ganzes Land eine neue Zeit, eine Zeit ohne Gewalt für Spanien. Um Mitternacht trat die Waffenruhe in Kraft, die die baskische Terrororganisation ETA vor zwei Tagen versprochen hatte, mit dem Zusatz “dauerhaft”.

Die Zeitungen berichten inzwischen über Einzelheiten, wie es zu der Waffenruhe kam. Zum Beispiel soll Norwegen eine wichtige Rolle gespielt haben, genauso wie der nordirische Priester Alec Reid, der schon früher in Nordirland vermittelt hat. In Genf und in Oslo soll es zu Geheimgesprächen gekommen sein, denn offiziell verhandeln wollte Spaniens Regierung mit der ETA nie. Ministerpräsident Jose Luis Rodriguez Zapatero kündigte heute beim EU-Gipfel in Brüssel an, er wolle noch vor dem Sommer das Parlament um die Zustimmung zu Gesprächen mit der ETA bitten. Außerdem beschwichtigte er Skeptiker: Die Regierung habe ausreichende Mittel, um die Waffenruhe zu prüfen und um sicher zu sein, dass sie zu einem endgültigen Ende der Gewalt führe. Auf dieses Ende hoffen auch Politiker vor Ort, wie die Gemeinderätin Nerea Alzola. Sie ist zwar Baskin, aber auch Mitglied der konservativen Oppositionspartei PP und damit ein Anschlagsziel. Eine Bombenattrappe lag schon einmal vor ihrem Haus; sie hat wie alle anderen Abgeordneten Personenschutz. Auch sie begrüßt die Waffenruhe der ETA, möchte aber auch, dass die Organisation die Waffen endgültig niederlegt: Wenn alles gut geht, könnte sie sogar auf einige Leibwächter verzichten. Dafür sieht es im Moment gut aus, aber der Weg dahin ist noch schwierig.