Eilmeldung

Eilmeldung

Weißrussische Opposition ruft zu weiteren Protesten auf

Sie lesen gerade:

Weißrussische Opposition ruft zu weiteren Protesten auf

Schriftgrösse Aa Aa

In Weißrussland haben Sicherheitskräfte in der Nacht eine friedliche Protestaktion der Opposition aufgelöst. Sie stürmten das Zeltlager, das Demonstranten auf dem Oktoberplatz in Minsk errichtet hatten. Mehr als 200 Menschen wurden abgeführt, unter den Festgenommenen sind auch ein polnischer Diplomat und ein Sohn des Oppositionsführers Alexander Milinkiewitsch.

Die Proteste, die bereits seit mehreren Tagen andauern, richten sich gegen den Wahlsieg von Alexander Lukaschenko. Der autoritär regierende Präsident, der in Weißrussland seit 12 Jahren an der Macht ist, war am Sonntag nach offiziellen Angaben mit 83 Prozent der Stimmen wiedergewählt worden. Die Opposition wirft den Behörden Wahlbetrug vor. Für Lukaschenko-Herausforderer Alexander Kosulin war die Räumung trotz allem ein kleiner Sieg für die Opposition: “Wir sahen heute, wie heldenhaft sich die jungen Demonstranten verhalten haben – im Gegensatz zu den ungeduldigen Sicherheitskräften. Es ist sehr traurig – aber das ist unsere Geschichte. So sieht das Leben in Weißrussland heute aus.” Alexander Milinkiewitsch besuchte die Demonstranten im Untersuchungsgefängnis des Innenministeriums: “Die Behörden haben heute ihr wahres Gesicht gezeigt. Sie haben drei Tage lang demokratische Verhältnisse vorgespielt – und jetzt ist klar, dass es mit der angeblichen Demokratie in Weißrussland zu Ende ist.” Für morgen hat Oppositionsführer Milinkiewitsch zu einer weiteren Massenkundgebung aufgerufen.