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Opposition in Weissrussland weiter unter Druck

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Opposition in Weissrussland weiter unter Druck

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In Weissrussland geht die Polizei weiterhin konsequent gegen Regimegegner vor. Versuche von Oppositionellen, Blumen auf dem Oktoberplatz in Minsk niederzulegen, wo gestern hunderte Demonstranten verhaftet worden waren, wurden von den Einsatzkräften unterbunden. Ungeachtet neuer Drohungen des Staatsapparates haben die Regimekritiker für heute zu einer Demonstration im Zentrum der weissrussischen Hauptstadt aufgerufen.

Sie werfen dem Regime von Staatschef Alexander Lukaschenko vor, die Präsidentenwahl am vergangenen Sonntag manipuliert zu haben und jede Kritik am Regime im Keim zu ersticken. Die Staats- und Regierungschefs der EU drohten Weisrussland unterdessen mit Strafmassnahmen. Die USA verfügten Reisebeschränkungen und finanzielle Sanktionen gegen die Regierung Lukaschenko.

Dessen Verbündete in Russland haben für die Kritik kein Verständnis. “Lange vor den Wahlen in Weissrussland hatten die Wahlbeobachter der OSZE bereits erklärt, dass die Wahlen nicht legal sein würden, was die Stimmung erst richtig aufgeheizt hat,” erklärte Russlands Aussenminister Sergeij Lavrov. Vor dem zentralen Untersuchungsgefängnis in Minsk warteten unterdessen besorgte Eltern und Angehörige auf eine Nachricht von den Inhaftierten. Menschenrechtsgruppen sprachen von etwa 300 Menschen, die bei dem Polizeieinsatz am frühen Freitag morgen verschwunden seien.