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Studentenorganisationen kritisieren de Villepin

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Studentenorganisationen kritisieren de Villepin

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Im Streit über die Arbeitsrechtsreform in Frankreich sind die Fronten weiter verhärtet. Die Mehrheit der französischen Studentenorganisationen boykottierte ein geplantes Treffen mit Premierminister Dominique de Villepin. Lediglich Vertreter zweier Organisationen setzten sich mit ihm und weiteren Ministern an einen Tisch, um einen Ausweg aus der Krise zu suchen.

De Villepin wiederholte seine Positionen: “Ich habe noch einmal meine Vorschläge in Erinnerung gerufen: Eine Bilanz des Gesetzes nach den ersten sechs Monaten, um aus den Erfahrungen zu lernen und Verbesserungen durchzuführen. Ein weiterer Vorschlag: Falls ein Berufseinsteiger entlassen wird, soll er eine Weiterbildungsmaßnahme bekommen, damit er nicht arbeitslos ist und eine neue Anstellung unter besseren Voraussetzungen findet.” Währenddessen versammelten sich die Vertreter der Studentenorganisationen zumdemonstrativen Boykott vor dem Matignon. Sie hatten de Villepin einen Brief überreicht und ihn darin wiederholt aufgefordert, das umstrittene Gesetz zurückzunehmen. Für Bruno Juillard von der Union der französischen Studenten lohnt es sich nicht, mit einem Premierminister zu verhandeln, der sich kompromisslos zeige. “Der Starrsinn des Premierministers ist reine Provokation. Jeden Tag wird die Provokation noch größer. Das schürt Hass und Gewalt. Deswegen trägt die Regierung die Schuld an den Ausschreitungen während der Demonstrationen.” Nach den Protesten vom Donnerstag bereitet sich die französische Polizei auf neue Ausschreitungen vor. Die friedlichen Demonstrationen waren in mehreren französischen Städten eskaliert: Schaufenster und Autos wurden beschädigt, Dutzende Menschen verletzt. 630 Personen wurden vorläufig festgenommen.