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Trotz Druck des Staatsapparats: erneut Proteste gegen Lukaschenko

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Trotz Druck des Staatsapparats: erneut Proteste gegen Lukaschenko

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In Weißrussland sind erneut tausende Regimegegner gegen die Wiederwahl von Präsident Alexander Lukaschenko auf die Straße gegangen. Sicherheitskräfte sperrten zwar den zentralen Ort der Kundgebung, den Oktoberplatz in Minsk, ab, trotzdem gelang es einigen, die Blockade zu durchbrechen. Sie waren den Polizisten zahlenmäßig überlegen.

Der autoritär regierende Amtsinhaber Alexander Lukaschenko war am vergangenen Sonntag nach offiziellen Angaben mit 83 Prozent der Stimmen wiedergewählt worden. Regimegegner sprechen hingegen von Wahlbetrug. Zuvor hatte Oppositionsführer Alexander Milinkiewitsch die Regimegegner ermutigt, die Proteste trotz neuer Drohungen des Staatsapparates am Mittagfortzuführen – zum Jahrestag der 1918 ausgerufenen unabhängigen Republik. Doch in der Bevölkerung wächst die Angst vor neuen Verhaftungen. In der Nacht zum Freitag hatten Sicherheitskräfte den Oktoberplatz geräumt und hunderte Regimegegner in ein Untersuchungsgefängnis abgeführt. Die Demonstranten hatten als Zeichen des Protests vier Tage lang in Zelten auf dem Platz ausgeharrt. Wieviele Regimegegner inhaftiert sind, ist unklar. Während die Stadtverwaltung von 100 Gefangenen spricht, gehen Menschenrechtsorganisationen von 300 aus. Vor dem Gefängnis warteten Angehörige auf eine Nachricht. Zu den Inhaftierten zählen auch der Sohn Milinkiewitschs und ein polnischer Diplomat. Als Reaktion auf die Unterdrückung der Opposition schlugen die EU-Staats- und Regierungschefs einen härteren Kurs gegenüber Minsk ein.