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Weitere Verhaftungen bei Protesten der Opposition in Weißrussland

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Weitere Verhaftungen bei Protesten der Opposition in Weißrussland

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In Weißrussland ist es bei Protesten erneut zu Auseinandersetzungen zwischen Oppositionellen und der Polizei gekommen. Mehrere Tausend Regimegegner demonstrierten am Samstagnachmittag gegen Präsident Alexander Lukaschenko, der sich nach ihrer Auffassung mit Wahlbetrug eine weitere Amtszeit sicherte. Mehrere hundert Oppositionelle seien festgenommen worden, hieß es in Minsk.Als sie mit Bussen abtransportiert werden sollten, ging die Polizei gewaltsam gegen die Demonstranten vor.

Erstmals setzte sie Tränengasgranaten ein. Mehrere Regimegegner wurden verletzt. Anlässlich des “Tages der Freiheit”, der an die Ausrufung der unabhängigen Republik Weißrussland am 25. März 1918 erinnert, kamen in Minsk nach unterschiedlichen Angaben bis zu 10.000 Menschen zusammen. Entgegen ersten Meldungen wurde Oppositionsführer Alexander Milinkewitsch nicht festgenommen. Allerdings verhaftete die Polizei einen seiner Mitarbeiter. Milinkewitsch kündigte die Gründung einer Widerstandsbewegung gegen das autoritäre Regime Lukaschenkos an. Bestätigt wurden indes Berichte, nach denen der oppositionelle Sozialdemokrat Alexander Kosulin in ein Untersuchungsgefängnis gebracht wurde. Oppositionkreise schätzen, dass in den vergangenen Tagen mindestens 300 Menschen inhaftiert wurden.

Ein starkes Aufgebot der Polizei verweigerte der Opposition am Nachmittag den Zugang zum zentralen Oktoberplatz. Die Lukaschenko-Gegner wichen auf den nahegelegenen Kupala-Park aus. Die Oppositionspolitikerin Ljudmila Grjasnowa rief den Westen auf, den Druck auf den russischen Präsident Wladimir Putin wegen dessen Weißrussland-Politik zu erhöhen.