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EU fordert Freilassung inhaftierter Regimegegner in Weißrussland

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EU fordert Freilassung inhaftierter Regimegegner in Weißrussland

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Nach den schweren Zusammenstößen zwischen der Polizei und Demonstranten in Weißrussland hat die EU die sofortige Freilassung der inhaftierten Regimegegner gefordert. Zuvor hatte schon Oppositionsführer Alexander Milinkewitsch das Vorgehen der Polizei als “unverhältnismässig” kritisiert. In der EU-Erklärung hieß es, die Verhaftung des ehemaligen Präsidentschaftskandidaten Alexander Kosulin und anderer Regimekritiker sei beunruhigend.

Die Polizei hatte eine Großkundgebung mit mehreren tausend Teilnehmern in Minsk gewaltsam aufgelöst, Hunderte Menschen wurden nach Angaben von Augenzeugen festgenommen. Da die Untersuchungsgefängnisse in Minsk offenbar überfüllt sind, wurden nach Berichten aus Oppositionskreisen viele Gegner des autoritären Staatschefs Alexander Lukaschenko in Haftanstalten außerhalb der Stadt gebracht. Zahlreiche Angehörige der Festgenommenen haben nach wie vor keine Auskunft über deren Verbleib. Andere versuchten vergeblich, den Insassen Lebensmittel zukommen zu lassen. “Wir haben versucht, ein Paket abzuliefern”, erzählt eine Frau. “Wir riefen an und man sagte uns, wir könnten am Morgen Lebensmittel vorbeibringen. Meine Mutter rief dann nochmals an und wieder hieß es, alles sei in Ordnung. Aber als wir dann hier ankamen, sagte man uns, es sei verboten, etwas abzugeben.” Nach Angaben des weißrussischen Innenministeriums müssen sich insgesamt 52 Oppositionelle vor Gericht verantworten. Ihnen wird die Teilnahme an einer nicht genehmigten Veranstaltung vorgworfen.