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Frankreich in Aufruhr

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Frankreich in Aufruhr

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In Frankreich herrscht Sturm, seit Wochen. Doch nicht der Bastille gilt er diesmal, vielmehr dem Matignon, dem Sitz des Premierministers Dominique de Villepin. Gekämpft wird um die Reform des Arbeitsrechts, genauer um den Arbeitsvertrag für Berufseinsteiger, der keinerlei Kündigungsschutz bietet. Gewerkschaften und Studentenorganisationen werfen de Villepin mangelnde Flexibilität vor und machen ihn dafür verantwortlich, dass die Verhandlungen in den vergangenen Tagen gescheitert sind. Wer ist für die derzeitige Krise verantwortlich? Die Regierung, finden 59 Prozent der Französinnen und Franzosen, wie aus einer Umfrage hervorgeht. Doch für 26 Prozent sind die Gewerkschaften und die Studenten die Schuldigen. Die Hälfte aller Befragten ist aber gleichzeitig der Meinung, dass die Reform – mit einigen Änderungen freilich – beibehalten werden soll. Das will auch der Premierminister.

De Villepin, zunächst ganz der starke Mann einer konservativen Regierung, ist inzwischen zu Konzessionen bereit. Nachbesserungen seien möglich, ließ er wiederholt verlauten, die Reform selbst aber will er nicht zurücknehmen. Im Kampf gegen die höchste Jugendarbeitslosigkeit in Europa habe die Regierung die Sozialpartner einfach übergangen, werfen diese de Villepin vor. Nicht ganz zu Unrecht, denn dessen Ziel war, die Reform schnell wie möglich durchzusetzen. Die Regierung will eine Flexibilisierung des Arbeitsrechts, Gewerkschaften und Studenten aber wollen Schutz vor Willkür und den Fährnissen, die mit jeder Deregulierung verbunden sind. Seit Wochen werden zahlreiche Universitäten blockiert und nicht wenige Studierende denken inzwischen nicht nur an ihre berufliche Zukunft sondern auch an die Semesterprüfungen. Also wird demonstriert!