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Frankreich: Streiks und Massendemonstrationen - Druck auf Villepin wächst

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Frankreich: Streiks und Massendemonstrationen - Druck auf Villepin wächst

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Mit landesweiten Streiks und Demonstrationen haben Gewerkschafter, Schüler und Studenten in Frankreich am Dienstag erneut gegen die Arbeitsrechtsreform von Premierminister Dominique de Villepin protestiert. Villepin selbst sorgte im Parlament für einen Eklat, als er in einer Fragestunde zu seiner Reform nur seiner Regierungspartei UMP antworten wollte. Die Zentrumsfraktion verließ daraufhin geschlossen den Saal.

Auf der Straße machten Hunderttausende ihrem Ärger Luft. Vor allem der Vertrag zur Ersteinstellung, der es Unternehmern erlaubt, junge Mitarbeiter während einer Probezeit von zwei Jahren ohne Begründung zu entlassen, sorgt für Unmut. “Wir wollen klarmachen, dass wir diesen Vertrag nicht wollen”, so eine Studentensprecherin. “Villepins Einladung zum Dialog ist ein Dialog inAnführungszeichen, unter der Bedingung, dass alle den Vertrag akzeptieren. Aber man muss die öffentliche Meinung berücksichtigen, jene der Gewerkschaften, der Demonstranten. Das ist ein demokratisches Ausdrucksmittel und es muss von jenen berücksichtigt werden, die das Land regieren.” Ein Angebot Villepins, über Anpassungen am Vertrag zu sprechen, wurde von den Gewerkschaften abgelehnt. Sie verlangen die Rücknahme des Gesetzes, was wiederum Villepin ablehnt. “Monsieur Villepin ist zwar offen für den Dialog, aber in Wahrheit hört er uns nicht zu”, klagt eine Demonstrantin, “daher sind wir gezwungen, immer weiter zu demonstrieren.” Auch Villepins Rivale aus dem eigenen Lager, Innenminister und UMP-Parteichef Nicolas Sarkozy, geht immer mehr auf Distanz zum Regierungschef. Er sagte, der soziale Dialog sei die wesentliche Bedingung für das Zustandekommen jeder Reform. Bei der Demonstration in Paris kam es auch zu Ausschreitungen. Nach Angaben der Polizei versuchten Jugendbanden aus den Vorstädten, Geschäfte zu plündern und die Demonstranten auszurauben. Mehrere Randalierer wurden festgenommen.