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Ex-Geisel widerruft US-feindliche Aussagen

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Ex-Geisel widerruft US-feindliche Aussagen

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Die amerikanische Journalistin Jill Carrol hat ihre Entführer im Irak scharf kritisiert. Bei der Landung auf dem US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein in Rheinland Pfalz widerrief sie damit ihre eigenen Aussagen während und kurz nach der Geiselhaft – zunächst hatte sie ihre Entführer im irakischen Fernsehen verteidigt. Darin veruteilte sie den – so wörtlich – illegalen Irakkrieg und forderte US-Präsident George W. Bush auf, ihn zu beenden.

Gestern erklärte Carrol hingegen in Deutschland, sie habe zu diesem Zeitpunkt nicht frei sprechen können. In Boston verlas ihr Chef, der Herausgeber des Christian Science Monitor, einen Brief Carrols mit weiteren Einzelheiten: “In der letzten Nacht in Geiselhaft zwangen mich meine Entführer, bei einem Propaganda-Video mitzumachen. Sie stellten mir in Aussicht, mich dafür freizulassen. Ich lebte in einer bedrohlichen Umgebung, ganz unter ihrer Kontrolle, und ich wollte lebendig nach Hause kommen. Also machte ich mit.” Carrol war am Donnerstag nach knapp drei Monaten Geiselhaft frei gekommen.