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Schröder wegen umstrittener Gasprom-Bürgschaft erneut in der Kritik

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Schröder wegen umstrittener Gasprom-Bürgschaft erneut in der Kritik

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Deutschlands früherer Kanzler Gerhard Schröder kommt in Sachen Gasprom nicht aus der Kritik. Der neue Vorwurf: eine Staatsbürgschaft für einen Milliardenkredit an den russischen Energieriesen. Schröder wiegelt ab:“An der Bürgschaftsentscheidung, die es offenkundig gegeben hat im Oktober letzten Jahres, war ich nicht beteiligt. Ich hatte auch keine Kenntnis davon. Im Übrigen habe ich erfahren, dass Gasprom einen Kredit gar nicht will und deswegen ein Angebot auch nicht akzeptieren wird. Also gibt es keinen Kredit, und wenn es keinen Kredit gibt, gibt es natürlich auch keine Bürgschaft.”

Eine einfache Deutung, die aber seine Kritiker nicht beruhigen wird. Sie sind ohnehin der Meinung, dass er zu schnell vom Kanzleramt in die Wirtschaft gewechselt ist. Seit Donnerstag führt Schröder den Aufsichtsrat der Gesellschaft, die eine Erdgasleitung von Russland nach Deutschland bauen wird, an Polen vorbei durch die Ostsee. Diesen Plan einer Ostsee-Pipeline hatte Schröder als Kanzler selber vorangetrieben. Gasprom hält an dem Projekt die Mehrheit und soll von deutschen Banken einen Kredit über eine Milliarde Euro kriegen. Für neunzig Prozent davon würde Deutschland bürgen; maximal neunhundert Millionen wären also weg, wenn Gasprom nicht zurückzahlt. Ob nun aber Kredit oder nicht, Bürgschaft oder keine: Am Mittwoch befassen sich damit im Bundestag erst einmal die Haushaltexperten. Heute wird außerdem noch ein Urteil fallen: Schröder streitet sich zur Zeit nämlich noch mit FDP-Chef Guido Westerwelle über eine kritische Äußerung in Sachen Kanzler und Gasprom.