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Letztes TV-Duell im italienischen Wahlkampf


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Letztes TV-Duell im italienischen Wahlkampf

Knapp eine Woche vor den Parlamentswahlen in Italien haben sich Minister- Präsident Silvio Berlusconi und Oppositionsführer Romano Prodi am Montag- abend ein letztes Fernsehduell geliefert. Wie bereits beim ersten Duell Mitte März gab es lediglich Fragen von zwei Journalisten, Berlusconi und Prodi hatten jeweils 150 Sekunden Zeit für ihre Antworten. Im Vordergrund stand die Steuerpolitik. Prodi wies Vorwürfe zurück, er wolle generell die Steuern erhöhen. Er wolle nur die Erbschaftssteuer für Reiche wiedereinführen. Berlusconi warf seinem Gegner daraufhin Unglaubwürdigkeit vor: Denn im Parlament müsste sich Prodi auf linksextreme Abgeordnete stützen, die zur Besteuerung genau das Gegenteil gesagt hätten. Das Duell war von heftigen gegenseitigen Angriffen geprägt, wobei Prodi eher ruhig blieb.

Berlusconi redete mehrmals bei Prodis Ausführungen dazwischen, obwohl dies bei dem Duell verboten war. Berlusconi warf Prodi vor, in seiner Amtszeit als Regierungschef von 1996 bis 98 einen gefälschten Haushalt vorgelegt zu haben; mit diesem habe er seinerzeit das Staatsdefizit enorm vergrößert. Prodi wies die Vorwürfe zurück und beschuldigte Berlusconi, in den vergangenen fünf Jahren das Defizit immer weiter in die Höhe getrieben zu haben. Zu den anderen Themen des Duells gehörte der Irak-Krieg. Prodi bekräftigte seine Absicht, die italienischen Truppen “so bald wie möglich” abzuziehen. Doch am Ende kam wieder das Geld zur Sprache: Berlusconi kündigte in seinem Schlusswort die Abschaffung der Immobiliensteuer an. Mehr als drei Viertel der Italiener sind Eigentümer ihrer Wohnung. In den letzten Umfragen vor dem Duell lag Prodi in der Wählergunst vorn.

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