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Krawalle bei Kundgebungen in Frankreich - Zahlreiche Verletzte

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Krawalle bei Kundgebungen in Frankreich - Zahlreiche Verletzte

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In Frankreich sind die neuerlichen Demonstrationen gegen den Abbau des Kündigungsschutzes am Dienstag von schweren Ausschreitungen überschattet worden. Vor allem in Paris kam es zu Zusammenstößen zwischen der Polizei und Randalierern, die die Sicherheitskräfte mit Pflastersteinen und Flaschen bewarfen. Im ganzen Land wurden rund 500 Aktivisten festgenommen, knapp 400 davon allein in der Hauptstadt. Zahlreiche Menschen erlitten bei den schweren Krawallen Verletzungen.

Mit den Kundgebungen wehrten sich Gewerkschaften und Studentenverbände gegen das Gesetz zum Ersteinstellungsvertrag, das Staatspräsident Chirac am Wochenende in Kraft gesetzt hatte – wenn auch mit der Vorgabe, es nicht anzuwenden sondern nochmals zu überarbeiten. Für Mittwoch sind erstmals Gespräche zwischen Gewerkschaftsfunktionären und Regierungsvertretern geplant – allerdings entscheiden die Gewerkschaften erst am Vormittag, ob die Treffen tatsächlich stattfinden. Sie wollen, dass das gesamte Gesetz zurückgenommen wird. Innenminister Nicolas Sarkozy ist der Mann der Stunde. Während Premierminister Dominique de Villepin laut Umfragen ständig an Beliebtheit verliert, will Sarkozy den Konflikt schnell beenden – und wittert die Chance, sich gegen Villepin als Präsidentschaftskandidat 2007 zu profilieren. Insgesamt nahmen an den Kundgebungen am Dienstag mindestens ebenso viele Menschen teil wie beim vorhergegangenen Aktionstag am 28. März. Die Gewerkschaften sprachen von mehr als drei Millionen Teilnehmern in ganz Frankreich, laut dem Innenministerium demonstrierten rund eine Million Menschen. Aus Arbeitgeberkreisen wurden unterdessen Rufe nach einer raschen Beilegung der Krise laut. Wie es hieß, bestünde andernfalls die Gefahr, dass die Wirtschaft ernsthaften Schaden nehme.