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Nrdirland: Ehemaliger Sinn-Fein-Politiker ermordet

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Nrdirland: Ehemaliger Sinn-Fein-Politiker ermordet

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In Nordirland ist der einstige irisch-republikanische Spitzenpolitiker Denis Donaldson erschossen worden – rund ein Vierteljahr nach seinem öffentlichen Bekenntnis, für die britischen Behörden gearbeitet zu haben. Daraufhin wurde er aus der Sinn-Fein-Partei, dem politischen Flügel der Untergrundorganisation IRA ausgeschlossen. Der 55-Jährige wurde nach Polizeiangaben am Dienstag in seinem abgelegenen Bauernhaus im Nordwesten des Republik Irland tot aufgefunden.

Donaldson hatte wegen seiner Rolle bei IRA-Bombenanschlägen gemeinsam mit dem heutigen Sinn-Fein-Chef Gerry Adams im Gefängnis gesessen. Im Jahre 2002 wurde er erneut festgenommen, unter dem Vorwurf, im nordirischen Parlament für die IRA spioniert zu haben. Dieser Vorwurf war allerdings vor einer Woche fallengelassen worden. Der Mord sei vermutlich politisch motiviert, erklärte der Chef der größten pro-britischen Partei Nordirlands, der protestantische Pfarrer Ian Paisley. Die Täter seien im Kreis von IRA und Sinn Fein zu suchen. Sinn-Fein-Vorsitzender Gerry Adams sagte, er habe keine Ahnung, wer für die Schüsse verantwortlich sei. Sinn Fein habe damit nichts zu tun. Diejenigen, die die Schüsse abgefeuert hätten, seien anscheinend nicht bereits, zu akzeptieren, dass sich die Zeiten geändert hätten. Politische Beobachter äußerten die Vermutung, die Mordtat könnte von Hardlinern im republikanischen Lager begangen worden sein, die den wieder in Gang gekommen Friedensprozess stören wollen.