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Berlusconi sieht sich als Opfer einer Verschwörung

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Berlusconi sieht sich als Opfer einer Verschwörung

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Nichts ist vor seinem Zorn noch sicher: Kurz vor der Parlamentswahl am Sonntag und Montag leistet sich Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi wieder einen Ausbruch gegen seine Gegner. Justiz, Medien, Banken, Konzerne – sie alle hätten sich gegen ihn verschworen; sogar UNO-Beobachter fordert er für einen fairen Wahlverlauf. “Alle Italiener sollen darüber Bescheid wissen,” legt er den Wählern ans Herz: “Sie sollen sich eine Zukunft vorstellen, in der diese Kräfte, zusammen mit niederträchtigen Staatsanwälten, zusätzlich zu der Macht, die sie jetzt schon in wichtigen Bereichen der Gesellschaft haben, auch noch die Mehrheit im Parlament bekommen und damit mehr Regierungsgewalt.”

Berlusconis Hauptgegner ist Romano Prodi, der frühere Präsident der EU-Kommission, Führer des Mitte-Links-Bündnisses Ulivo. Für Berlusconis Kritik hat er wenig Verständnis: “Ich sage ganz einfach, dass ich Vertrauen in die Justiz habe und haben werde und dass dies ein demokratisches Land ist.” Und was Berlusconi angeht, selbst Herr über Fernsehsender und Zeitungen: “Er hat alles in seinen Händen, wovor hat er Angst? Er hat doch alle Kontrollmittel.” Trotzdem zeigen die letzten Umfragen einen Sieger Prodi. Dessen mögliche Wähler hat Berlusconi zum Schluss sogar noch als Trottel diffamiert, die gegen ihre eigenen Interessen stimmen. Gelegenheit dazu haben sie ab übermorgen.