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Slowenien heißer Euro-Kandidat

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Slowenien heißer Euro-Kandidat

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Slowenien dürfte bald 13. Mitgliedsland der europäischen Währungsunion werden. Nach Einschätzung des österreichischen Finanzministers und EU-Ratsvorsitzenden Karl-Heinz Grasser hat das Land beste Chancen,
Anfang 2007 als nächstes in die Eurozone aufgenommen zu werden. Grasser zum Auftakt des EU-Finanzministertreffens in Wien:

“Slowenien steht bei den Aufnahmekriterien der Währungsunion gut da. Also warten wir auf den Bericht der EU-Kommission und der Europäischen Zentralbank. Und wenn es die Kriterien erfüllt, wird Slowenien das erste Land sein, das im Januar 2007 beitreten kann.”

Die Beitrittsgesuche Sloweniens und itauens werden Mitte Mai bewertet.

Neben den beiden Schuldenkriterien kommt es dabei vor allem auf eine niedrige Preissteigerungsrate an: Der Kandidat darf bei der Inflationsrate allenfalls 1,5 Prozentpunkte über dem Durchschnitt der besten Drei in der EU liegen.

Daran könnte Litauen um Haaresbreite scheitern. Die EU ist fest entschlossen, einen Präzedenzfall
für eine Aufweichung der Beitrittskriterien zu verhindern.

Jean-Claude Juncker, Chef der Eurogruppe, eines informellen Gremiums wirtschafts- und finanzpolitischer Akteure der Euroländer:

“Wir sind überzeugt, daß die Beitrittskriterien streng ausgelegt werden müssen. So haben wir es immer gehalten, als die Euro-Zone entstand und erweitert wurde. Wir wissen sehr wohl, daß es beim Kriterium Inflation besondere Umstände gibt. Aber schon morgen kann das für ganz andere Kriterien gelten.”

Auch in Estland boomt die Wirtschaft so stark, daß die Inflation zu hoch ist für einen Beitritt zum 1. Januar kommenden Jahres. Estland, Lettland, Malta und Zypern wollen den Euro 2008 einführen. Die Slowakei, Tschechien und vor allem Ungarn brauchen noch etwas länger. Und Polen scheint es mittlerweile sogar zu bedauern, daß sich das Land zur Euro-Einführung verpflichtet hat.