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Startfür EU-Internetadressen


Redaktion Brüssel

Startfür EU-Internetadressen

Hunderttausende EU-Bürger haben eine persönliche Internetadresse mit dem europaweiten Kürzel “.eu” am Ende beantragt. Bereits in der ersten Stunde nach Eröffnung der Registrierung am Freitag um 11 Uhr hatten sich mehr als 300.000 EU-Bürger im Windhundverfahren bei einer Registrierstelle angemeldet – so die EU-Kommission.

Öffentliche Einrichtungen und Inhaber von Marken- und Firmennamen haben sich seit Dezember bereits die Rechte an mehr als 340.000 Adressen gesichert.

Zum Vergleich: Im Internet gibt es rund zehn Millionen domains mit der Endung .de.

Die Europa-Adressen kosten 25 bis 30 Euro pro Jahr – gut doppelt so viel wie nationale Endungen. Registriert wird gratis.

Interessenten müssen sich an einen der 400 Provider wenden, die bei der Registrierstelle Eurid, einer gemeinnützigen Organisation in Brüssel, akkreditiert sind. Ein Provider kann dabei höchstens fünf Adressen pro Sekunde für seine Kunden sichern.

Die EU-Staaten haben einige Wendungen für sich reserviert, zum Beispiel “bundesrepublikdeutschland.eu”. Einige Begriffe sind ganz gesperrt, im Deutschen vor allem der Wortschatz des Nationalsozialismus.

Wer am Ende den Zuschlag für besonders lukrative Domainnamen erhält, entscheiden die unabhängigen Markenrechtsexperten der Firma PricewaterhouseCoopers, die penibel jeden Antrag in der Reihenfolge seines Eingangs prüfen.

Mit der einheitlichen Endung soll sich der europäische Wirtschaftsraum deutlich vom amerikanischen und asiatischen abgrenzen. Die EU-Kommission hatte das Projekt vor sieben Jahren gestartet.

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