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Italien vor der Wahlentscheidung

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Italien vor der Wahlentscheidung

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Zwei von drei Italienern haben schon am ersten Tag gewählt, die anderen haben heute noch die Gelegenheit. Die Abstimmung dauert diesmal zwei Tage, weil bei der letzten Wahl viele Lokale gegen Abend überfüllt waren und länger öffnen mussten.

Erst heute Nachmittag wird sich dann herausstellen, wer von den beiden Gegnern den erbittert geführten Wahlkampf für sich entscheidet. Ministerpräsident Silvio Berlusconi erschien in seiner Heimatstadt Mailand zur Wahl, an seiner Seite seine 95 Jahre alte Mutter. Ein Wahlhelfer wies ihn – wenn auch halb im Scherz – zurecht, als er ihr zeigte, wo sie ihr Kreuz machen solle. In den letzten Umfragen lag Berlusconi mit seinem Mitte-Rechts-Bündnis etwas zurück, aber die sind zwei Wochen alt: Neue waren nicht mehr erlaubt. Seitdem hat er noch einmal alles versucht, vom Versprechen auf Steuererleichterungen bis zur deftigen Beleidigung gegnerischer Wähler. Immerhin hat er aber fünf Jahre an der Spitze der Regierung durchgehalten, länger als jeder andere seit dem Krieg. Sein Herausforderer Romano Prodi, der in seiner Heimat Bologna wählte, hält ihm aber vor allem die schwache Wirtschaft und den rekordverdächtigen Schuldenberg vor. Schon einmal hat er ihn besiegt, zehn Jahre ist das her. Wenn er es auch diesmal schafft, steht ihm aber harte Arbeit bevor: Zu seinem Mitte-Links-Bündnis gehören Kommunisten genauso wie Grüne oder Katholiken, einig sind sie sich vor allem in der Abneigung gegen Berlusconi. Dazu kommt das neue, komplizierte Wahlsystem in Italien: Es könnte sogar dazu führen, dass die beiden Kammern des Parlaments unterschiedliche Mehrheiten haben. Das wird man aber frühestens heute Nachmittag wissen, ab 15 Uhr, wenn die Wahllokale nach dem zweiten Tag schließen und die ersten Wahlumfragen veröffentlicht werden. Die genauen Ergebnisse wird es dann gegen Abend geben; auch Euronews berichtet dann ausführlich.