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Italien nach den Wahlen

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In Italien hat Oppositionsführer Romano Prodi seinen Anspruch auf die Regierungsbildung bekräftigt. Er sagte vor ausländischen Journalisten in Rom, die Italiener hätten ihm und seinem Mitte-Linksbündnis einen eindeutigen Regierungsauftrag erteilt. Die vom amtierenden Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi ins Spiel gebrachte Grosse Koalition nach deutschem Vorbild wies er mit Nachdruck zurück. “Es besteht kein Bedarf für eine große Koalition, denn wir haben die Mehrheit. Auch wenn sie nicht sehr groß ist, so haben wir doch gewonnen, und eine große Koalition brauchen wir nicht.” Auf die Frage, warum sein Gegner Berlusconi die Niederlage noch nicht eingestanden habe, sagte Prodi, Berlusconi durchleide eine persönliche Identitätskrise, er könne den Wahlsieg des Mitte-Links-Bündnis einfach nicht akzeptieren, wolle nicht wahrhaben, dass er keine Macht mehr habe. Kurz vor der Pressekonferenz hatte Staatspräsident Carlo Azeglio Ciampi Prodi empfangen. Ciampi machte deutlich, dass sich Italien auf eine längere Übergangszeit einrichten muss.