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Berlusconi kritisiert "Unregelmäßigkeiten" bei den Wahlen

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Berlusconi kritisiert "Unregelmäßigkeiten" bei den Wahlen

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Nach den italienischen Parlamentswahlen geht das Gerangel um das Ergebnis weiter. Am Mittwoch erklärte der amtierende Ministerpräsident Silvio Berlusconi Staatspräsident Carlo Azeglio Ciampi, warum er Romano Prodi vorerst nicht als Wahlsieger anerkennen will und die Überprüfung von mehr als einer Million Stimmzetteln fordert. “Man muss die Ergebnisse von 60.000 Wahllokalen nachprüfen”, sagte Berlusconi auch der Presse.

“Denn wir sehen jetzt, dass es sehr, sehr viele Unregelmäßigkeiten gab.” Italienische Zeitungen berichten allerdings, dass sich selbst einige Koalitionspartner Berlusconis von dessen Forderung distanzieren. Zuvor hatte Berlusconi sogar von “Wahlbetrug” gesprochen – ein Parteisprecher milderte den Vorwurf danach ab und meinte, es gehe lediglich um Unregelmäßigkeiten.

Das Mitte-Links-Bündnis von Romano Prodi feierte unterdessen in Bologna seinen Sieg. “Wir haben gewonnen”, so Prodi. “Es war ein harter Wettkampf, aber wir haben gewonnen. Es ist sinnlos, dass Berlusconi nun eine Verhinderungstaktik fährt – er muss nach Hause gehen.” Die derzeit laufende, vom Innenministerium angeordnete Überprüfung von 82.000 Stimmzetteln soll bis zum Wochenende abgeschlossen sein. Dabei handelt es sich um jene Stimmzettel, bei denen nicht klar ist, ob sie ungültig sind oder einem der beiden Lager zugesprochen werden müssen. Die wichtigste italienische Gewerkschaft hat bereits ihre erste Forderung an Romano Prodi gestellt: Sie will, dass die von der bisherigen Regierung durchgesetzte Liberalisierung des Arbeitsmarktes so schnell wie möglich wieder zurückgenommen wird.