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Italien: Streit um das Wahlergebnis dauert an

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Italien: Streit um das Wahlergebnis dauert an

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Auch mehrere Tage nach den italienischen Parlamentswahlen wird um das Ergebnis gestritten: Während der amtierende Ministerpräsident Silvio Berlusconi sich nach wie vor weigert, Romano Prodi als Sieger zu akzeptieren, bleibt dieser gelassen. “Berlusconi kann nicht verlieren”, sagte er. “Er wird niemals zugeben, dass wir gewonnen haben. Er ist vollkommen unfähig, die Wahrheit zuzugeben. Das war vor 10 Jahren so und das ist jetzt nicht anders.” Im Mai, nach der Wahl des neuen Staatspräsidenten, will Prodi sein Kabinett zusammenstellen.

Berlusconis Weigerung, das Wahlergebnis zu akzeptieren, stößt unterdessen auch in seinen eigenen Reihen auf Kritik: Laut italienischen Medien distanzierten sich bereits einige seiner Koalitionspartner von seiner Forderung, mehr als eine Million Stimmzettel nochmals zu prüfen. Zudem verlangte Berlusconi auch die Durchsicht der Protokolle aus den 60.000 Wahllokalen in Italien, denn, so sagte er, es gebe sehr, sehr viele Unregelmäßigkeiten. Zunächst hatte Berlusconi sogar von Wahlbetrug gesprochen; diese Formulierung war jedoch später entschärft worden. Am Donnerstag wurden auf Anweisung des Innenministeriums noch mehr als 80.000 Stimmzettel geprüft. Italienische Kommentatoren meinten, dies sei Berlusconis letzte Hoffnung, wenigstens im Abgeordnetenhaus doch noch eine Mehrheit zu erringen. Denn in dieser Parlamentskammer errang Prodis Mitte-Links-Koalition nur 25.000 Stimmen mehr als das Berlusconi-Lager.