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Gedenken an irischen Osteraufstand von 1916

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Gedenken an irischen Osteraufstand von 1916

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Ein Kranz und stilles Gedenken – an die Opfer des irischen Osteraufstandes von 1916, des großen Aufstandes gegen die britische Herrschaft. Hier, im Kilmainham-Gefängnis der Hauptstadt Dublin, wurden vor neunzig Jahren die Anführer hingerichtet. Heute wirbt Irlands Ministerpräsident Bertie Ahern an diesem Ort für eine Aussöhnung:

“Heute ist ein Tag der Erinnerung,” sagt er, “der Versöhnung und der Erneuerung. Heute erinnern wir an den Patriotismus und an die Vision derjenigen, die einen unaufhaltbaren Prozess in Gang setzten, der zur Unabhängigkeit dieses Landes geführt hat.” Hier, im Dubliner Hauptpostamt, hatten sich die Rebellen verschanzt. Drei Wochen lang dauerten die Kämpfe bis zur Niederschlagung; sie ließen rund fünfhundert Tote und große Verwüstungen zurück. Ein entscheidender Moment für Irlands Geschichte, aber auch ein umstrittener: So wie heute jedenfalls wurde er seit mehr als dreißig Jahren nicht gefeiert. Das gilt besonders für die Militärparade mit ihren zweieinhalbtausend Teilnehmern: Solche Paraden kamen in den siebziger Jahren aus der Mode, angesichts der Gewalt in Nordirland. Heute aber genossen alle Beteiligten einfach nur einen schönen Tag: Zehntausende fröhlicher Zuschauer säumten entlang der Parade die Straßen. Die Kämpfe von 1916 führten übrigens wenig später zu einem überwältigenden Wahlsieg der irischen Nationalisten und dann zunächst zu einer eingeschränkten Unabhängigkeit für das heutige Irland. 1922 wurde dort der Freistaat Irland ausgerufen. Die sechs Grafschaften im Norden gehören nach wie vor zu Großbritannien.