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Nach Anschlag: Druck auf Hamas wird größer

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Nach Anschlag: Druck auf Hamas wird größer

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Israel trauert um seine Toten. Auf einem Friedhof in Tel Aviv wurde ein 60-jähriger Mann begraben, er ist eins der neun Todesopfer, die der Selbstmordattentäter gestern mit in den Tod gerissen hatte. Mindestens 60 Menschen wurden verletzt.

Die Weigerung der palästinensischen Regierung, den Anschlag zu verurteilen, stieß in den USA und in der Europäischen Union auf starke Kritik. Ein Sprecher der EU-Delegation, Ramiro Cibrian-Uzal, machte wiederholt klar, eine weitere finanzielle Unterstützung hinge ganz von der Hamas ab: “Eine Bedingung dafür ist natürlich die Abkehr von der Gewalt gegen Israel. Wenn die Bedingung nicht erfüllt ist, können wir keine normalen Beziehungen zu der Palästinenserregierung unterhalten. Der EU wird es in diesem Fall nicht möglich sein, die Palästinenserbehörde wieder zu unterstützen.” Unterdessen wurden die Sicherheitsvorkehrungen in den israelischen Städten und an der Grenze zum Westjordanland verstärkt. Als Vergeltungsschlag hatte die israelische Armee in der vergangenen Nacht Ziele im Gazastreifen angegriffen. Dabei starb ein Palästinenser, zwei weitere wurden verletzt. Nach einem Treffen mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas appellierte der Fatah-Abgeordnete Saeb Erekat an die Internationale Gemeinschaft, sich in den Konflikt einzuschalten: “Wir bitten dringend darum, dass sie ein internationales Treffen vorbereitet, bei dem es um die Road Map geht, um die Verhandlungen neu anzukurbeln und schließlich die israelische Besatzung zu beenden.” Der Druck auf die hamasgeführte Palästinenserregierung wächst indessen weiter. Die EU und die USA betrachten die Hamas als Terrororganisation und verlangen unter anderem von ihr, Israel als Staat anzuerkennen.