Eilmeldung

Eilmeldung

Weiter Massendemonstrationen in Nepal - Polizei erschießt drei Teilnehmer

Sie lesen gerade:

Weiter Massendemonstrationen in Nepal - Polizei erschießt drei Teilnehmer

Schriftgrösse Aa Aa

Trotz Ausgangssperre und eines Schießbefehls für die Polizei sind in der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu auch am Donnerstag Zehntausende Menschen auf die Straße gegangen. In Sprechchören forderten sie “Nieder mit König Gyanendra”. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengasgranaten und Schlagstöcke gegen die Demonstranten ein. Laut Medienberichten wurden drei Kundgebungsteilnehmer erschossen, als die Polizei in die Menge feuerte. Mehr als 100 Menschen erlitten teils schwere Verletzungen. Insgesamt starben seit Beginn der Proteste vor zwei Wochen mindestens 13 Menschen, Hunderte wurden verletzt, Tausende festgenommen.

Die Opposition versucht, mit Streiks und Demonstrationen König Gyanendra zur Wiedereinsetzung der demokratischen Institutionen zu zwingen. Dieser empfing am Donnerstag den Sondergesandten der indischen Regierung, Karan Singh, in senem Palast. Singh war als Vermittler angereist. Nach dem Gespräch meinte er, die Unterredung sei zwar positiv verlaufen; insgesamt sei er jedoch nicht sehr optimistisch. Nepal gehört zu den ärmsten Staaten der Welt. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung muss mit weniger als einem Dollar am Tag auskommen. Die Wirtschaft liegt am Boden, da maoistische Rebellenorganisationen und das Militär einander erbitterte Kämpfe liefern. Gerade das Militär hat derzeit eine Schlüsselrolle inne. In diplomatischen Kreisen heißt es, wenn die Soldaten sich erst dem Schießbefehl den Königs widersetzten, werde Gyanendra abdanken müssen.